NATIONALE VOLKSARMEE
  Mot. Schützenregiment 7



 
letzte Änderung:
31. Juli 2015
 


Technik und Bewaffnung
in loser Folge


 
 
 
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Technik und Bewaffnung des Regimentes
 

Schützenpanzer BMP-1

 
 
Der BMP-1 ist ein schwimmfähiger Schützenpanzer aus sowjetischer Entwicklung und eines der am weitesten verbreiteten gepanzerten Fahrzeuge der Welt. Die Abkürzung BMP steht im Russischen für Боевая Машина Пехоты (Bojewaja Maschina Pjechoty), was so viel wie „Gefechtsfahrzeug der Infanterie“ bedeutet.

Obwohl die Rote Armee im Zweiten Weltkrieg zukunftsweisende Kampfpanzer entwickelt hatte, verfügte sie über keine eigenen gepanzerten Mannschaftstransporter. Um den Mangel auszugleichen, improvisierten die sowjetischen Truppen mit aufgesessener Infanterie auf Kampfpanzern. Nach dem Kriegsende begannen Experimente auf der Basis erbeuteter deutscher und im Rahmen der Waffenhilfe erworbener US-amerikanischer und britischer Transporter. Zunächst wurden groß dimensionierte Transporter mit einer Transportkapazität von bis zu 30 Soldaten sowohl als Rad- als auch als Kettenfahrzeuge entwickelt. Als erstes Modell kam der BTR-50 mit Platz für 20 Mann in die groß angelegte Serienproduktion. Schnell wurden die Nachteile des 1954 in der Sowjetarmee eingeführten Fahrzeugs deutlich: Die Soldaten mussten das Fahrzeug über die Dachluken verlassen, es war nicht an die Größe eines einzelnen Schützentrupps angepasst und nicht für den Einsatz unter ABC-Bedingungen sowie den Kampf gegen andere gepanzerte Fahrzeuge geeignet.

Ausgehend von diesen Überlegungen wurde Ende der 1950er-Jahre ein neues Anforderungsprofil ausgeschrieben. Vier Entwicklungsgruppen in Wolgograd, Tscheljabinsk, Rubzowsk und Brjansk begannen mit den Entwurfsarbeiten. Schließlich wurde die Entwicklung des Konstruktionsbüros Isakow aus Tscheljabinsk mit der Bezeichnung „Objekt 765“ ausgewählt. 1966 begann der Bau der ersten Prototypen. Im selben Jahr wurde das neue Fahrzeug offiziell in der Sowjetarmee in Dienst gestellt, vorerst aber nur zur Erprobung auf Übungsplätzen bei Rschew und Kubinka verwendet. Der Öffentlichkeit wurde der neue Panzer auf der Oktoberparade auf dem Roten Platz 1967 erstmals vorgestellt. Danach wurden die Prototypen nochmals überarbeitet, um die schlechte Balancierung auszugleichen. Dies wurde durch eine Verlängerung des Fahrzeugs erreicht, die das hohe Gewicht des Motors ausgleichen sollte. Parallel entstand eine große Fertigungsanlage in Tscheljabinsk, wo das Konstruktionsbüro Isakow mit der Weiterentwicklung und dem Entwurf von verschiedenen Varianten begann. Die Auslieferung an die reguläre Truppe unter dem Namen BMP-1 begann 1969.

Damals handelte es sich bei dem neuen Panzer um ein revolutionär neues Konzept. Zuvor hatten Schützenpanzer lediglich dazu gedient, Infanteristen unter Schutz vor gegnerischem Feuer in ihre Kampfposition zu bringen und mit ihren relativ schwachen Bordwaffen zusätzliche Feuerkraft zu bieten. Eine eigene Panzerabwehrfähigkeit besaßen sie nicht. Der BMP-1 ermöglichte als erster Schützenpanzer den aufgesessenen Kampf: Die Insassen konnten ihre persönlichen Waffen während der Fahrt aus dem Fahrzeug heraus abfeuern. Zudem war er kleiner und wendiger als vergleichbare westliche Waffensysteme jener Zeit. Die Frontpanzerung war so ausgelegt, dass sie undurchdringlich für die schweren Maschinengewehre der Nato-Truppentransporter dieser Zeit war. Umgekehrt besaß kein zeitgenössischer westlicher Truppentransporter eine Panzerung, die der Hauptwaffe, der 9M14 Maljutka, hätte widerstehen können. Auch verschiedene Kampfpanzer der Nato-Staaten hätten mit dieser Waffe zerstört werden können. Da die Produktions- und Betriebskosten für das Fahrzeug aber sehr hoch lagen, sollte nur ein Teil der Truppe mit ihm und die Mehrheit mit gepanzerten Radfahrzeugen ausgestattet werden. Wegen dieser Nachteile und der im Vergleich zu Kampfpanzern leichten Bewaffnung war der BMP-1 vor allem bei seiner Einführung unter sowjetischen Militärs umstritten. Aufgrund dieser Bedenken wurde die operative Doktrin der Sowjetarmee verändert: In Zukunft sollten Kampfpanzer und abgesessene Infanterie das Gefecht gegen Panzer führen, während die BMP-1 folgen sollten, um gemeinsam mit der eigenen die gegnerische Infanterie niederzukämpfen.

Der BMP-1 zeichnet sich durch eine für Fahrzeuge seiner Generation hohe Wendigkeit, ein gutes Masse-Leistungverhältnis und eine weiche Federung aus. Die niedrige Silhouette erschwert das Aufspüren und Bekämpfen des Fahrzeuges. Die geringe Gefechtsmasse wurde durch eine Magnesiumlegierung erreicht. Sie erlaubt es dem Fahrzeug, ohne Zusatzausrüstung Wasserhindernisse schwimmend zu überwinden und sich auf weichem Untergrund zu bewegen.

Nachdem 1968 bis 1971 14 BMP-1 SP1 aus der Sowjetunion zur Erprobung in den Bestand der NVA kamen, nahm deren Bestand ab 1972 bis 1986 mit Einführung des BMP-1 SP2 (mehr als 950 Stück) aus ČSSR-Produktion zu. Von 1987 bis 1988 erhielt die NVA rund 180 BMP-1P mit AT-5 Spandrel und Nebelwurfbechern. Ab 1988 rüstete die NVA im Reparaturwerk Neubrandenburg rund 90 weitere BMP-1SP2 zu BMP-1P um, die auch AT-4 Spigot abfeuern konnte.
Mit dem BMP war je ein Motorisiertes Schützenregiment jeder Division der NVA ausgerüstet. Dazu gab es einige Varianten im Arsenal der NVA, vor allem Funk-, Führungs- und Aufklärungsfahrzeuge. Bis auf die ersten Modelle des BMP-1 SP1 kamen alle weiteren (BMP-1 SP2) aus der Lizenzproduktion der ČSSR. 1990 befanden sich rund 1100 Fahrzeuge im Bestand der NVA.

Nach 1990 wurden zunächst knapp 600 Fahrzeuge für den Einsatz in der Bundeswehr umgerüstet, die dann die Bezeichnung BMP-1A1-Ost trugen. Unter anderem wurden an der linken Fahrzeugseite eine Leiter als Aufstiegshilfe, eine veränderte Beleuchtung und asbestfreie Beläge für Kupplung und Bremse montiert. Die Kanonenmunition wurde zum Teil wegen Asbesthaltigkeit der Zündmittel gesperrt, die Kraftstoffbehälter in den Hecktüren ausgeschäumt oder ausgegossen. Bereits 1993 wurden diese Fahrzeuge wieder ausgemustert.

Kriegseinsätze des BMP-1 waren unter anderem der Jom-Kippur-Krieg, die sowjetische Besatzungszeit in Afghanistan, die drei Golfkriege, die Jugoslawienkriege, die Tschetschenienkriege, der Afghanistankrieg, der Kaukasuskrieg 2008, die Operationen libyscher Truppen im Tschad und die kubanischer Truppen in Angola.

Taktisch-technische Daten:
Besatzung: 3 (Fahrer, Kommandant, Schütze) + 8 Soldaten     Motor: 6-Zylinder-V-Dieselmotor UTD-20
Gewicht: 13,5 t     max. Leistung: 300 PS (225 kW)
Bodendruck: 0,61 kg/cm²     Höchstgeschw.: 65 km/h
Länge: 6,73 m     Kraftstoffvorrat: 460 l Diesel
Breite: 2,94 m     Reichweite Straße: 575 km
Höhe: 2,07 m     Reichweite Gelände: 400 km
Bodenfreiheit: 37 cm     Wattiefe: schwimmfähig
Spurweite: 2,55 m     Panzerung: 33 mm
Hauptbewaffnung: 73-mm-Glattrohrkanone (2A28) und
9M14 Maljutka, AT-4, AT-5-Panzerabwehrlenkwaffen
    Kletterfähigkeit: 70 cm
Sekundärbewaffnung: 1 × 7,62-mm-PKT-Maschinengewehr (koaxial)     Steigfähigkeit: 32 Grad
Bordsatz Munition: 40 Granaten / 2000 Patronen / 5 Raketen      

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Quelle: Wikipedia / militaertechnik-der-nva.de
   
      
 
 

 

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